Kadaugan Sa Mactan oder ein Tag mit Geschichte(n)
Ein Tag mit Geschichte(n). Also auch Grund genug etwas niederzuschreiben. Quasi mein Kadaugan Sa Mactan. Also es ist der 27. April früh am Morgen, also ganz wie es im Geschichtsbuch steht, das Maggelan an diesem Tag Mactan Island erobern wollte, 5.00 Uhr ist es nun um genau zu sein. Klar hatte ich versucht herauszubekommen, wann denn der eigentliche Event startet. Also Familie befragt, das Buero für Tourismus befragt im Bürgermeisteramt, und immer kam die gleiche Antwort. Es beginnt am frühen morgen, es müsse aber Flut sein.
Also kein Problem, schnell noch die Wetterinformationen der offiziellen Regierungsseite aufgerufen, die präsentieren ja auch immer die Flutzeiten. Na Prima, seit der letzten Aktualisierung ist letztere Information wohl überschwemmt oder mit der Ebbe hinfortgerissen worden. Also keine Information dazu. Na, also habe ich mich erinnert, dass das Hochwasser am Tag zu vor so um die Mittagszeit war. Na, egal. Fruehstuecken, Kaffeewasser und Pulver und Thermoskanne vorbereitet, Mary und Mark auf den Scooter gesetzt und ab ging es um 5.20 Uhr.
Fast da, Straßensperrung, keine Fahrzeuge erlaubt in Richtung Mactan Shrine. Prima, Presseausweis und Zutrittsberechtigung aus der Kameratasche hervorgekramt und siehe da, ein freundliches Lächeln zeigte sich auf dem schwerst bewaffneten Squadmitglied und ich durfte die Fahrt fortsetzen. Klar um diese Zeit auch noch kein Parkplatzproblem. Scooter abgestellt auf dem „Bezahl- aber keiner passt auf Parkplatz“ und zur Schaubühne vormarschiert.
Also nun ist es 6.00 Uhr, einen guten Platz gefunden und erst mal einen 2.ten Kaffee zubereitet. Dann rief Bruder Jojo an, teilte mit, dass so gegen 7.00 Uhr die Celebrationsmesse stattfinden würde und er dann mit dem Bürgermeisterteam auch auftauchen würde. Apropos auftauchen, das Wasser war noch ziemlich weit weg. Also der Beginn mindestens später als 7.00 Uhr. Na Prima. Nach dem 2ten Kaffee, rückte dann auch die Sonne hervor, die am Abend zuvor von dunkelsten Gewitterwolken verschluckt wurde. Prima, unser Platz bot ein wenig Schatten.
Um uns herum beschäftigtes Treiben. Buehnenaufbau für geladene Gaeste, erstes testen der Musikanlage, Fernsehteams verlegen Kabel, jemand schmückt die Naturbuehne, ein anderer platziert Feuerwerkskörper und die ersten Imbissbuden bereiten den Tag vor. Zuschauer finden sich auch ein, drängen gar zu nah an den Strandbereich, und werden dann vom Sicherheitsteam freundlich zurückgepfiffen. 6.30 Uhr, Mark der noch zu müde für ein Fruehstueck war, wird jetzt munter und Mary zieht mit ihm los um etwas Fruehstuecksähnliches zu ergattern.
Zeit fuer Klaus, den gewaehlten Standort auf Tauglichkeit zu prüfen. Sonnenrichtung, prima, nix störendes im Umfeld, jedenfalls nicht so direkt auf den ersten Blick. Rechts geht die Sonne immer noch auf, links hinter mir aber immer noch das Gewitterwolkengemisch vom Tag zu vor. Und da was sehen meine Augen, die Statue von Lapu Lapu total in Kupfer gehüllt, von den noch tiefen Sonnenstrahlen gerade eben erfasst. Boah eh....nix hielt mich, also den Fernsehmann hinter mir gebeten auf die Taschen und den Kaffee aufzupassen um dann den strahlenden Lapu Lapu festgehalten.
7.15 Uhr, Mary und Mark kommen zurück, hatten ein Fruehstueck und ich bekam dann auch noch eine Flasche Wasser mitgebracht. Prima. Dann fragte ich ob denn die Messe schon begonnen habe. Nein, nicht wirklich, genauso unwirklich dass der Bürgermeister und Jojo auch schon dagewesen wären. Auf der Naturbuehne Stand nun ein Plastikstuhl, der mich dazu bewegte mit Mary eine Wette abzuschließen. Ich wettet, dass der Stuhl das Buehnenbild den Rest des Tages füllen würde. Klar hielt Mary dagegen. Wenig spaeter gesellten sich noch 2 Werkzeugkisten nah beim Stuhle. Übrigens die Ehrengaestetribuene immer noch leer, und die für geladenen Gaeste immer noch im Aufbau.
Da schwirrte auch die ganze Zeit noch ein aufgeregtes etwas umher, begleitet von einem Schirmträger. Also schien der Aufgeregte etwas besonderes zu sein. Nachgefragt und siehe da, es war der Choreograph. Ja und klar ein Gay, wie 60 Prozent der im TV und Media Gewerbe arbeitenden hier auf den Philippinen. Aber dies mal nur so am Rande. Also der Schirm samt seines Trägers und des Beschützten passierten des öfteren, so war es dann auch schon 8.15 Uhr als wir die Messe hören konnten.
Aha, wo war Bruder Jojo mit dem Bürgermeister? Auch nicht so wichtig. Die ersten am Spektakel teilnehmenden Kinder und sonstige Schauspieler zeigten sich am Strand und lieferten somit erste Impressionen. Zeit die Kameraeinstellungen zu justieren und ein paar Probeaufnahmen zu machen. Dann meinen 3ten Kaffee zubereitet und siehe da 8.45 Bruder Jojo sagte kurz „Hallo“. Prima, der Bürgermeister käme später, der Event werde so gegen 10.00 Uhr beginnen. Das Wasser um diese Zeit erreichte bereits die im Hintergrund liegenden Mangroven. Also alles Prima.
Zeit sich mal umzuschauen, wieviel Zuschauer, sich denn bereits eingefunden hatten, zumal die Presse und Fernsehen + Radiosender, wohl bereits vollzählig da waren. Also der gemeine Zuschauer, konnte, sofern denn Platz war hinter dem Geländezaun Stellung beziehen. Bereits ab der 3ten Reihe keine Chance mehr den Event zu verfolgen. Koepfe und Schirme ( Sonnenschutz, jedenfalls zu dieser Zeit) versperrten die Sicht. Dies störte aber nicht wirklich jemanden, man fand sich halt mit der ganzen Familie ein und zu meinem Erstaunen sind dort dann wohl ca. 5000 Zuschauer anwesend, von denen vielleicht 500 einen Einblick auf die Kampfstätte hatten.
Nun füllte sich auch die Besuchertribüne für geladene Gaeste, die Ehrengästeloge auch um 9.00 Uhr noch recht verwaist, bis auf ein Squadteam, dass den dortigen Schatten bevorzugte. Zwischendurch habe ich dann immer mal wieder auf den Plastikstuhl hingewiesen, der vom gesamten Organisationsteam permanent ignoriert wurde und auch die Werkzeugkästen wollten nicht wirklich mitgenommen werden. Dann liess sich auch der Hauptdarsteller kurz blicken, liess sich mit den Komparsen fotografieren, machte aber mehr den Eindruck, als sei es eher eine Pflichtveranstaltung, ausserdem stand die Sonne ja schon recht hoch und der Strand reflektierte die Hitze bereits erheblich. Die Gewitterfront links hinter mir, hielt sich vornehm zurück und wartete noch darauf die Sonne zu verschlucken.
Und dann, ein Hubschrauber kreißt, taucht dann irgendwo ab und 10 Minuten später so gegen 9.30 Uhr marschieren die Ehrengäste und der Bürgermeister, schwerst bewacht, geschlossen zur Ehrengästeloge. Hier noch ein paar bunte Luftballons angebracht, die bestimmt das Rednerpult verdecken könnten. Um mich herum wurden die wieder zu nah gerückten Besucher zurück gebeten. Und das Wasser reichte nun schon bis ca. 5 Meter an mich heran. Also Sandalen abgelegt, Strümpfe ins trockene gebracht und Hosen hochgekrempelt. Ich merkte bald, dass ich damit einen echten Vorteil haben würde, denn die übrigen Fotografen und Fernsehteams zogen es vor, einen etwas höheren Standort zu waehlen und behielten die Schuhe an.
Dann 9.50 Uhr die erste Lautsprecherdurchsage und Begrüßung der Ehrengäste. Und was passierte auf der Bühne, eilig rannten gleich 5 Organisationsmitglieder in Richtung Plastikstuhl und Werkzeugkästen. Hm...also doch freier Blick auf die Naturbühne. Da hatte ich dann meine Wette verloren. Also Jollibee und Hamburger anstatt Mittagessen zu Hause. Na Prima.
10.00 Uhr. Die Festreden beginnen. Ich verzichte mal darauf deren Inhalt, Laenge und Sinnfälligkeit zu protokollieren. Dies könnte allzusehr vom Thema ablenken und auch genauso unnötig sein wie die Reden selbst.
Also 10.35 Uhr die Musik erklingt und eine gefällige Stimme führt durch die Geschichte. Friedliche Dorfbewohner gehen ihrem Tagesgeschäft nach als plötzlich Magellan und seine Spanischen Truppen auftauchen. Frauen und Kinder fliehen ins Dorfinnerer. Krieger stürmen nach vorne und versuchen die Eindringlinge bereits in der Lagune zu bekämpfen. Lapu Lapu überblickte die Szenerie aus der Distanz. Dann gelang es den Spaniern doch das Ufer zu erreichen und der Kampf setzte sich an Land fort. Ein älterer Krieger erschlug dann Magellan. Die noch nicht verletzt oder getöteten Spanier ergriffen darauf die Flucht. Die Einwohner des Dorfes trugen dann den Leichnam von Magellan auf die Naturbühne und präsentierten ihn ihrem Stammesführer Lapu Lapu. Dann Freudengeschrei und der Sieg wurde gefeiert.
11.15 Uhr wir sitzen in Jollibee, Mary bringt schon die Hamburger und Ananassaft, erste Regentropfen fallen und während Mary die Hamburger auf den Tisch ablegte hatte sie dieses „ Frauen können nicht ins Gesicht lügen“ Lächeln und gestand, dass Sie Bruder Jojo über den Plastikstuhl nebst Werkzeugkisten aufmerksam gemacht hatte. Also meinte Sie, ich hätte meine Wette nicht wirklich verloren - doch hatte ich, denn schliesslich gab es ja doch jemanden, der sich kümmerte, nämlich Mary. Ja gut es hätte ja auch der Choreograph sein können, aber dieser war dann mehr um seinen Sonnenschutz bemüht . So auch der Hauptdarsteller, der dieses Jahr nicht wirklich eine heldenhafte Vorstellung abgab. Ja und wie er heißt, da müsste ich Mary fragen, aber ist ja auch nicht wirklich wichtig.
12.15 Uhr die Bilder auf den Pc übertragen, einen 4ten Kaffee trinken und den Rest des Tages damit verbringen die Aufnahmen zu archivieren, und eine Auswahl auf den Internetseiten zugänglich machen.
Mark fragte irgendwann zwischendurch, wie lange denn der eigentliche Kampf gedauert hatte. Also laut Kameraprotokoll waren es 11 Minuten und 23 Sekunden, allerdings die Zeit inbegriffen um die Schnappschüsse nach dem Kampf auch noch festzuhalten inklusive dem Hubschrauber, der dann bunte Konfetti über die Veranstaltungsfläche niederrieseln liess. Und ja, Mark hatte es überlebt. 6 Stunden ohne PS2 auszukommen. Tapfer nicht wahr?!
13.00 Uhr, Sonne verschluckt, Gewitter, Rechner ausgeschaltet, Stromausfall und dann ab 18.00 Uhr wieder einsatzfaehig. Alles Prima.