Verkehr auf den Philippinen Teil 3

Veröffentlicht auf von Klaus Biesel

Also, mal grundsaetzlich vorausgeschickt, dass ich hier lebe und dass so ziehmlich sehr zufrieden, liegt es mir nicht daran an allem rumzukritisieren was denn so anders ist, sondern will einfach nur gerade heraus beschreiben wie es sich denn zum Thema Verkehr auf den Philippinen verhaelt. Ich will den Weisheiten ueber die leichtfertigen „Hup-Italiener“ oder den „Ich liebe mein Auto mehr als meine Frau-Deutschen“ nicht noch eine Bezeichnung ueber Filipinos im Verhaeltnis zum Verkehr oder Auto hinzufuegen. Also einfach nur beschreiben, und dann findet sich wohl moeglich jemand, der dann eine entsprechende Kategorisierung vornehmen moechte.

Nun denn! Fangen wir in Teil 3 mal bei den Taxifahrern an:

Das gemeine Taxi, wird in der Regel nicht von seinem Eigentuemer gefahren, sondern von einem selbstaendigen Fahrer, der eine taegliche Abloesesumme an den Eigentuemer zahlt. Die hoehe richtet sich nach Typ und Baujahr des Fahrzeuges. Also fuer den Toyota Baujahr 2000 sind es 1200 Peso pro Tag bei 24 Stuendigem Einsatz. Aeltere Baujahre zwischen 700 und 900 Peso fuer ebenfass 24 Stunden Dauernutzung. Wobei die Stop und Ruhezeiten nicht sonderlich geregelt sind. Manche Fahrer teilen sich ein Taxi und bestimmen hierdurch den eigenen Schlafrythmus. Dem Eigentuemer ist dies egal, solange er die Abloese erhaelt. Benzin oder Gas bezahlt der Fahrer. Reperaturen, sofern denn welche stattfinden ebenfalls, wenn diese durch ihn selbst verursacht wurden. Fuer die Lizenzkosten, und regelmaessigen Wartungsarbeiten ist der Eigentuemer verantwortlich. Wartung, siehe Teil 2.

In der Region Cebu sind die Meter Zeit und Entfernungsabhaengig getaktet. Die hohe Verkehrsdichte laesst eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km pro Stunde zu. Also Grund fuer den Fahrer alles zu geben , um jegliche vermeintliche Luecke im Verkehr zu finden um moeglichst schneller den naechsten Gast zu transportieren, da der Zeitfaktor des Meters nur knapp 20 Prozent gegenueber dem Entfernungstakt einbringt, und Fahrgaeste ja auch nicht gerne fuer Stillstand sondern fuer Beforderung bezahlen. In Manila haben nur Taxen der Flughafengesellschaft diese Zeit/Entfernungs Komponente, ansonsten sind die gemeinen Taxen nur Entfernungsmaessig getaktet, daher kann es dort vorkommen, dass ein Fahrer eine Fahrt verweigert, wenn er weiss, dass er wohl laenger im Stau stehen wird. Da bleibt dann nichts anderes uebrig als zu verhandeln.

Aus der Sicht des Fahrgastes:

Also wenn es nichtgerade mal regnet, keine Sonderveranstaltung in Cebu stattfindet, wie das Sinulog Festival, dann braucht der Fahrwillige nur am Strassenrand seinen Arm recken und nach dem Taxifahrer ausschau halten. Taxen halten ueberall. Ich wiederhole ueberall und dies ausnahmslos. Taxistaende gibt es darueber hinaus am Flughafen und an den Einkaufszentren.

Ob man sich anschnallt, vorne oder hinten sitzen will spielt keine Rolle. Rauchen ist aber tabu. Ob die an der Tuerfront zusammen mit dem Fahrpreis ausgewiesene Klimaanlage funktioniert, merkt man meist erst spater. Das normale Geblaese jedenfalls war, solange ich mitgefahren bin, jedenfalls immer intakt. Dies gilt nicht unbedingt fuer Radaufhaengungen, Bremsen, Tuerschloesser und sonstige gewichtserhoehenden Fahrzeugbestandteile. Dieser Luxus wird durch ein am Schluesselanhaenger und/oder vom Rueckspiegel herabhaengenden Rosenkranz und das Bekreuzigen des Fahrers vor der Abfahrt ersetzt.
Die Fahrer bringen den Gast in der Regel ohne Umwege ans Ziel. Ausnahmen mag es auch hier geben, dies habe ich aber auch nur 2 mal erlebt in den 2,5 Jahren die ich ja hier bin erlebt. Die Meter sind ebenfalls nnur selten manipuliert, und stellen Mary und ich fest, dass unsere Fahrt nach SM ( Einkaufsmall) mehr als 120 Peso kostet, dann zahlen wir nur 120 mit dem Hinweis an den Fahrer, dass er sein Meter mal ueberpruefen sollte. Da gibt es dann auch meist nicht mal eine Widerrede.

Aus der Sicht eines Verkehrsteilnehmers:

Grundsaetzliche Beobachtungen kurz gefasst:

1. Ist ein Taxi besetzt, muss man egal mit welchem Gefaehrt man selbst unterwegs ist, immer damit rechnen, dass egal und zwar ganz egal was passsieren koennte, das Taxi die Luecke sucht und findet. Also rechts oder links, auch in der gegenueberliegenden Fahrspur mit Trennlinie und Ueberfahrverbot , ploetzlich auftaucht.
2. Wenn der Fahrgast ploetzlich nach anhalten verlangt, der Fahrer sofort ohne jegliche Umstaende auch aus der dritten oder vierten Spur heraus den direkten fast 90 Grad entsprechenden Weg zur Bordsteinkante sucht.
3. Ist ein Taxi unbesetzt, ist es quasi unberechenbar. Der Fahrer schaut rechts wie links und dies mehr als geradeaus, immer auf den naechsten Kunden fixiert. Koennte dann unerwartet eine 180 Grad Wende vollziehen, oder einfach in der 2ten Spur hinter einem Bus auf umsteigende Passagiere hoffend, stehenbleiben. Dies ist auch in der Mitte von Kreuzungen und Fussgaengerueberwegen nicht unbedingt auszuschliessen.
4. Dem Taxifahrer niemals einen „Vogel“ zeigen, oder sonst auf seine Fahrweise aufmerksam machen. Das Fahrzeug gehoert ihm nicht, da ist ihm ein Schubser mit der Stossstange quasi egal.


Also ein Taxi kostet derzeit 30 Peso Einstiegspauschale und fuer rund 20 Kilometer kommt man auf ungefaehr 120 Peso insgesamt. Eine Anfahrtsbeschreibung, welche ich irgendwo im Netz gefunden hatte einer in Moal Boal ansaessigen Tauchschule, meint sinngemaess - “ Wenn Sie bereits nach der Ankunft auf Abenteuer aus sind, dann lassen Sie sich nicht durch uns abholen, nutzen Sie ein Taxi“.


Soviel zu den Taxen, die Mary und ich selbst auch regelmaessig nutzen, manchmal mit mehr, und manchmal mit weniger Unbehagen in der Magengegend. Mal mehr mal weniger klimatisiert. Und falls wir die Wahl haben versuchen wir ein nicht ganz so altes Baujahr zu erwischen. Aber dies ist selten, sehr selten, ganz ganz selten. Aber nicht deswegen seltsam selten, weil logisch. Bei Neuwagen hat der Eigentuemer den Kaufpreis ja nicht bereits nach 12 Monaten Einsatzzeit wieder einfahren lassen. Also rechnen Sie nun selbst 700 mal 365 = Gesamtsumme in Peso inklusive der Lizenz fuer das Taxi, wobei die Lizenzgebuehren dann auch schon vermutete Steuereinnahmen enthalten. Also darueber hinaus keine Steuer anfaellt. Derzeit werden Lizenzen in Cebu nicht mehr neu vergeben. Man erwirbt diese, wenn man ein altes Fahrzeug kauft, dass bereits eine Lizenz hat. Vorsicht, im Falle eines solchen Kaufes, dies immer nur im zustaendigen Buero der Staedtischen Verkehrsbeghoerde abwickeln, gleich im Computer die Namensumschreibung mitverfolgen und erst dann zahlen. So mancher Gluecksritter hat nicht nur ein unfahrtuechtiges Fahrzeug erworben, sondern auc h eine nett nachgemachte nutzlose Lizenz.

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Veröffentlicht in Verkehr auf den Philippinen

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M
Hallo nochmal, wir möchten dir gerne einen Award verleihen, wie es geht findest du bei uns
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B
Hallo Klaus, das ist ja ein richtiges Erlebnis gegenüber ner langweiligen Taxifahrt in Deutschland, lach
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