Ein Tag in Manila, oder wie vertreiben wir die Wartezeit auf den Rueckflug, oder alles Prima.

Veröffentlicht auf von Klaus Biesel

Also es war soweit.  Am 15 April 2.30 Uhr aufstehen um den Flieger nach Cebu fuer 3.45 Uhr zu erreichen.  Puenktlich 2.45 Uhr holte uns Ariel, Mary’s Bruder am Haus ab und so erreichten wir dann die Abfertigungshalle am Flughafen in Cebu Mactan Island genau im Zeitfenster, das vorsieht mindestens  45 Minuten vor Abflug da zu sein.  Alles prima. Nur Handgepaeck und klar dabei auch die Kamera.

Aha, doch etwas vergessen, kein Problem , so ein Kaugummi  fuer den Druckausgleich kauft man am Flughafen.  Aha, doch ein Problem.  Also der Flughafen ist zwar 24 Stunden geoeffnet aber die Cafestuben, Ladenlokale im Eingangsbereich,  die schlafen noch um diese Zeit und oeffnen so gegen 6.00 Uhr, aber im Wartebereich fuer den Abflug soll dann doch schon ein Shop geoffnet haben, sagte uns der freundliche Flughafenangestellte, der die 200 Peso pro Person Terminalsteuer abkassierte.

Und, ja hurra der Shop mit dem Kaugummi war geoeffnet. Prima. Da stiegen dann auch gleich meine Hoffnungen auf eine gute Tasse Espresso gebruehten Kaffee.  Aber nach dem ersten Rundgang begrub ich dann diese Hoffnung. Alles geschlossen.  Na damit kann man leben.

Das Gate oeffnete jedenfalls puenktlich, so konnten wir dem „Discoverychannel- Brummellaerm“ , der auch die letzte Ecke der Wartehalle ausfuellt, ruckzuck umgehen und uns einboarden lassen.

 Mal so nebenbei, also die Fernseher in den Flughaefen werden ja prima gewartet, also quasi immer auf dem letzten Stand. Das Audiosystem, na ja , man stelle sich vor eine dieser Polizeifluestertueten wuerde voll aufgedreht und dann aus vier Richtungen gleichzeitig abgefeuert.  Ja so klingt es dann auch. Aber dies mal nur so nebenbei.

 

Im Flieger platz genommen, alles Prima. Puenktlicher Start. Also die Begruessungsmusik aus dem Boardsprechersystem nur 5 Minuten auf uns eingerieselt. Prima.

 

Nach dem Start, das uebliche, Mary stoebert in den angebotenen Broschueren, waehrend ich das „Bullauge“ jedenfalls von innen reinige und mit bereitgelegter Kamera auf den „Quasi“ Augenblick warte. Soweit alles prima. Nur die Kratzer von Aussen mit dem ueblichen Flugstaub versehen, trueben des Fotografen Freude. Dann aber ungeachtet dessen, doch noch ein paar so halbwegs befriedigende Ergebnisse und Impressionen eingefangen. Und Prima, die Landung erfolgte 15 Minuten frueher als erwartet. Grund genug fuer den Co-Piloten , den Kapitaen und Crew und Fluggesellschaft ausgiebig zu loben. Blauer Himmel und Sonnenschein solle uns am Boden erwarten. Na da war er wieder wach, der Skeptiker in mir. Mal soviel nur ganz nebenbei.

Die sommerliche Waerme und Luftfeuchte, die sonnenaufgeladenen Wolkenkratzerformationen, gepaart mit der allgemeinen Luftverschmutzung, haben mir den Himmel noch bei keinem meiner Aufenthalte ‚Blau“ erscheinen lassen. Aber dies mal nur ganz nebenbei.

Beim letzten Besuch hatten wir festgestellt, dass die offiziellen Taxen am Flughafen besondere Tarife haben. Quasi 100 Prozent Aufschlag. Also dachten wir, seien wir schlau, und bemuehen uns des laengeren Weges zu den allgemeinen Taxen, die ausserhalb des Flughafens auf Gaeste lauern. Blaue Warnhinweise der Flughafengesellschft warnen.  Achtung die hier wartenden Taxen sind gefaehrlich und ueberteuert und noch so einige nicht gerade charmant wirkende Sicherheitshinweise.  Also den Taxifahrer gefragt ob er denn das Meter benutzen wuerde, klar doch war die freundliche Antwort. Wir also reingesprungen, und dann bekamen wir eine Preistafel gezeigt, die aussagte nach Makati ( also da wo wir hin wollten) 350 Peso.  Also wieder rausgesprungen, zum Flughafentaxistand zurueck, brav eingereiht und prompt auch befoerdert. 240 Peso mit dem Flughafentaxi. Das ist o.k. Also Prima.

 

Nun wird es dann auch Zeit den Grund der Reise preiszugeben. Die Reise galt der Deutschen Botschaft, wo der Klaus eine konsularische Bescheinigung seiner Ehefaehigkeit abholen wollte. Die Botschaft oeffnet um 7.30 Uhr und der enstpechende Bueroschalter um 8.00 Uhr. Alles Prima. Also noch Zeit fuer ein Fruehstueck mit Espresso gebruehtem Kaffee  im Cafe Deli France, im selben Gebauede wie die Botschaft. Alles Prima und der Kaffee - ja so sollte er sein.

 

Dann 7.45 Uhr in die Besucherliste der Botschaft eingetragen und auf die Schalteroeffnung gewartet. 8.00 Uhr, Schalter 5 oeffnet, niemand stuermt vor aus der Reihe der Wartenden. Prima also ich nach vorne, mein Anliegen vorgetragen, und siehe da, mein vorbereiteter Vorgang, den ich bereits per  E-Mail vorausgeschickt hatte, lag griffbereit. Alles Prima. Die Botschaftsangestellte, welcher hinter Glas freundlich wie immer meine Gruesse durch die Lautsprecheranlage erwiderte, erbat die entsprechenden Gebuehren und bat mich um ein wenig Geduld. Alles Prima.

Mal nur so nebenbei. Die Botschaft verrichtet einen tollen Dienst. Wirklich immer alles Prima. Aber dies mal nur so ganz nebenbei.

8.30 Uhr alles fertig, alles Prima. Dann ja was dann, dass ich wirklich als erster an der Reihe waere, haette man ja nicht wirklich erwarten muessen koennen, also bis zum Rueckflug um 15.45 Uhr noch jede Menge Zeit. Nun denn Mary wollte ja sowieso eine neue weisse Bluse fuer unsere geplante Hochzeit einkaufen, also gut, dann eben in die „SM Mall of Asia“ alles Prima. Trotz des Morgenstaus erreichten wir diese schon so gegen 9.00 Uhr. Taxi nutzte Meter, also 120 Peso, alles Prima. Kann man ja einen Kaffee und Fruchtshake in einem der Kueste zugewandten Seite zu sich nehmen.  Aber nix da, auch diese oeffnen mit der allgemeinen Oeffnungzeit von 10.00 Uhr.  Aha also ein wenig umherschlendern und dann schon einmal Platz an einer der Aussenterrassen einnehmen. Hin und wieder dann mal versucht das Blau des Himmels zu erblicken, aber dies habe ich ja schon einmal so ganz nebenbei bemerkt, so gab es auch gestern keinen blauen Himmel, nicht einmal in Kuestensichtdistanz.

10.00 Uhr das Personal des Bretonischen Kaffeehauses, hatte die Schilder „leider geschlossen“ schon laengst entfernt, machte sich jetzt daran die Glasfronten zu reinigen. Alles Prima. Um 10.15 Uhr, puenktlich nach Filipinozeit, brach dann die Eroeffungsbegruessungsmusik lautstark und unbarmherzig aus allen Innen- und Aussenlautsprechern hervor und stoppte von da auch nicht wirklich. Dazu spaeter mehr mal nur so ganz nebenbei. Also Kaffee + Shake + was fuerchterlich Suesses, Crepe mit Butter und Zucker. Alles Prima.

10.35 Uhr machten wir uns auf die weisse Bluse zu finden. Mary ist da nicht wirklich all zu sehr waehlerisch, so dass wir bereits im Dritten Shop fuendig wurden.

Mal nur so nebenbei. Den ersten Shop verliessen wir umgehend. Bassreiche Technomusik schwingte unseren Shakein der Magengegend und bereitete sofortiges Unwohlsei  selbst bei Mary. Im 2.ten Shop gefiel aber allein schon die Schaufensterauslage so gut, dass Mary die Verkauferin bat, die Hip Hop toesende voll basslastige Musik auf ein Niveau herunterzudrehen, dass zumindest ueberhaupt ein Verkaufsgespraech moeglich wurde. Ja, also damit muss man leben. Einkaufen in den Malls bedeutet immer erst Musikbarrieren zu ueberwinden. Das muss man wissen. Es ist nicht die gewohnte europaeisch nach hoechsten wissenschaftlichen Kriterien ausgewaehlte Duselei-Traummusik, die uns dort im Hintergrund leise daran erinnert in einem Kaufrausch zu sein, nein, es ist die jeweils dem Personal gemaesse moeglichst laute Tagesmusik. In jedem Shop anders und immer gepaart mit der zentralen Druckgeraeuschkulisse, die das Management auf die Kunden niederprasseln laesst. Das muss man wissen und da muss man durch. Alles Prima, aber auch nur mal so ganz nebenbei.

 

Jedenfalls gabs die Bluse leider  nicht in Mary’s Groesse, kommt vor, alles Prima.  Also im dritten Shop, dann ebenfalls zuerst nach Musiklinderung gefragt, dann nach der Bluse, ja und hurra passt, alles Prima. Und die Jeans, die sich so aufdringlich im Sichtbereich befand, passte auch. Na, Prima. Hier und da noch versucht den lautesten Ecken bummelnd fluechtend zu entgehen und dann war es ja auch schon 12.00 Uhr. Also Zeit sich Gedanken ueber eine Mittagsration zu machen. Eigentlich keine Frage, Klaus der „Bullenkiller“ verlangt in solchen Sitationen nach einem Rib-Eye Steak und Mary sehnt sich ob der Tagesschwuele nach einem frischen Salat. Alles Prima. Das Highland Steakhaus bietet beides und in bester Qualitaet. Ist auch gelegen in Kuestensichtweite, also wieder einmal Himmelskontrolle. Aber wie gehabt, also Blau war im Farbspektrum nicht wirklich enthalten, mehr so graublau-weisslich.  Und kaum zu glauben diese Restaurant spielt keine eigene Musik. Alles Prima.  Blieb nur noch die zentrale Management Geraeuschkulisse. Also einen Platz moeglichst entfernt davon gesucht und auch gefunden. Und, aber Hallo, da mischte sich doch noch Jefferson’s Airplane unter die auch anwesenden allgemeinen Verkehrsgeraeusche. Klaus wie immer ganz aufmerksam machte dann auch die ungefaehr 2oo Meter entfernt gelegene Geraueschquelle ausfindig. Also an der Uferpromenade gibt es eine unterschiedliche Management Geraeuschberieselungsanlage. Muss man wissen. Alles Prima, war ja weit genug weg, so konnten Steak und Salat, beides uebrigens exzellent, den Weg in die Magengegend finden ohne basslastig an die inneren Organe zu stossen. Alles Prima.

 

14.00 Uhr, dann aufgemacht zum zentralen Taxistand, brav eingereiht und um 14.15 Uhr dann auch mit laufendem Meter befoerdert worden. Am Flughafen alles Prima. Nur 15 Minuten verspaeteter Abflug.  Auch noch einen Fensterplatz auf der linken Seite fast hinten ,wie angefragt, bekommen (wegen der Sonne ohne Gegenlicht), und dann war er auch wieder da der blaue Himmel. Noch ein paar Aufnahmen der schoensten  Wolkenformationen gemacht, kurz zurueckgelehnt und Haendchen gehalten. Und dann Touch-Down um 17.20 Uhr. Alles Prima. Quasi alles Prima, ein Tag des Wartens bestens gefuellt mit Eindruecken.

Na, da freuen wir uns schon auf den 14 Juni, da geht es dann zusammen mit Bruder Allan und Familie wieder nach Manila, in den Ocean Park. Schaun wir mal dann auf das blaue im Himmel  ueber Manila.

 

Man liest sich, oder auch nicht.

Klaus Biesel

 

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Veröffentlicht in Eindruecke

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K
6 sstunden sind wir voraus bei Sommerzeit und 7 in der Winterzeit. Zeitzone = GMT +8
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M
Wie groß ist eigentlich die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und den Phillipinen?
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K
Ja, ich denke schon, vor allem erhoffe ich mir ein paar interessante Fotos und natuerlich auch viel Spass fuer die Kinder, die allesamt das erste Mal fliegen werden.
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M
Der Ocean Park passt ja zu uns in die Meeresbucht, wird es da auch eine so ausführliche Beschreibung geben?
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